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Historische Betrachtungen zur einstigen DDR-Fluggesellschaft INTERFLUG

last updated:
08.06.2017


Revision 3.0
IL-18

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20.10.2016

 

 

Entwicklung

Die Aeroflot forderte Mitte der 1950er Jahre ein neues Flugzeug für 75 bis 100 Passagiere. Aufbauend auf dem nie zur Serienreife gelangten Typen Il-18 von 1946 verstand es Iljuschin, schon 1957 ein den Anforderungen entsprechendes Muster vorzuweisen. Die Grundversion, von der 20 Maschinen hergestellt wurden, hatte Platz für 75 Passagiere. Sie wurde ab 1959 an die Aeroflot geliefert. Danach wurde die Il-18B für 84 Passagiere hergestellt. Es existierten weitere Versionen, die sich in Bestuhlung und Reichweite unterscheiden. Größte Variante war die Il-18D für 122 Passagiere.

Die Aeroflot und die sowjetische Luftwaffe setzten etwa 600 Maschinen dieses Typs ein, 100 weitere wurden exportiert. Nach dem Ende bei der Aeroflot als Passagiermaschine wurde eine Anzahl Maschinen zu Aufklärern Iljuschin Il-20, als fliegende Kontrollstation Iljuschin Il-22 und zu U-Boot-Bekämpfung-Flugzeugen Iljuschin Il-38 umgebaut.

Im Dezember 2008 galten noch 84 Maschinen als im Dienst befindlich.

IL-18
Eine Iljuschin Il-18 der Interflug startet vom Flughafen Erfurt-Weimar nach Budapest 1979

Technische Auslegung

Die Il-18 verfügt über einen Rumpf vom Durchmesser 3,5 m und Druckkabine. Aufgrund der Unfälle mit der Comet wurde die Außenhaut an über 150 Punkten verstärkt. Die Kabine war ursprünglich für 75 Passagiere und eine 5-Mann-Besatzung ausgelegt. Gepäck- und Frachträume befinden sich unter der Kabine, wovon der Frachtraum im Heck nicht druckbelüftet ist.

Die Tragflächen sind als Trapezflächen mit zweiteiligen Doppelspaltklappen an den Hinterkanten und manuell betätigten Querrudern ausgelegt. Das Leitwerk ist als konventionelles Leitwerk ausgeführt. Seiten- und Höhenruder werden ebenfalls manuell betätigt. In den inneren Tragflächen sind Falttanks zwischen den Tragflächenholmen eingebaut. In den Außenflügeln sind Integraltanks verwendet worden.

Das Hauptfahrwerk ist vierrädrig und zieht nach dem Vorklappen der Radgondel um 90° nach vorne in die inneren Triebwerksgondeln ein. Das Bugrad wird ebenfalls nach vorn eingezogen. Die großen Fahrwerksklappen sind nur beim Ein- bzw. Ausfahrvorgang geöffnet. Kleine Fahrwerksklappen bleiben im ausgefahrenen Zustand geöffnet.

Der Antrieb der Il-18 besteht aus vier PTL-Triebwerken, welche in Gondeln über den Tragflächen angeordnet sind. Die ersten Serienflugzeuge hatten NK-4-Triebwerke, die später durch leicht geänderte, in AI-20 umbenannte Triebwerke der Il-18A ersetzt wurden. Für den Vortrieb besitzt das Flugzeug Vierblatt-Verstellpropeller.

DDR-STAIljuschin Il-18 in den Orginalfarben der Deutschen Lufthansa am Flughafen Leipzig

Einsatz bei Interflug

Die Interflug Flugstaffel IL-18 wurde im Jahr 1960 gegründet und im gleichen Jahr am 28. März traf die erste Maschine mit der Kennung DM-STA in Berlin-Schönefeld ein. Der Erstflug erfolgte am 03. April auf der Stecke von Berlin nach Moskau-Scheremetjewo.
Bei Interflug waren 15 Maschinen diesen Typs im Einsatz. Ein Flugzeug ist bei Wartungsarbeiten in Moskau abgebrannt, ein weiters Flugzeug ist bei einem Sondereinsatz im Jahr 1979 abgestürzt. Nach der Wende wurden 5 Flugzeuge durch Berline übernommen. Der Rest wurde verkauft und befinden sich teilweise in Museen hier in Deutschland, eine Maschine ist zu einem Hotel umgebaut worden und steht in Teuge/NL.
Eine weitere Maschine ist 1979 während eines Sondereinsatzes in Luanda während des Starts verunglückt und völlig zerstört worden, die Besatzung kam dabei ums Leben.  

Technische Daten

 
Kenngröße Daten Iljuschin IL-18D
Länge 35,90 m
Höhe 10,17 m
Spannweite 37,40 m
Flügelfläche 140 m²
Antrieb vier Iwtschenko-AI-20M-Turboproptriebwerke
Leistung je 3.169 kW (4.310 PS)
Luftschrauben AW-68 I (4,5 m Durchmesser)
Hilfsenergieanlage TG-16M (28 Volt Gleichstromversorgung mit Startergenerator GS 24)
Leergewicht 35.000 kg
Startgewicht max. 64.000 kg
Rollgewicht max. 64.500 kg
Landegewicht max. 52.600 kg
Nutzlast max. 13.500 kg
Leertankgewicht max. 48.800 kg
Kraftstoff max. 30.000 l (24.000 kg)
Höchstgeschwindigkeit 675 km/h
Reisegeschwindigkeit 650 km/h
Dienstgipfelhöhe 10.000 m
Reichweite 6.500 km
Startstrecke 1370 m
Passagiere max. 120
Besatzung 4 – PIC (Kommandant), FO (2. Pilot), FE (Flugingenieur), FN (Navigator)+ 2–3 C/A (Flugbegleiter/innen)
Allwettertauglichkeit ICAO CAT 1 (Betriebsstufe I) 60 m Entscheidungshöhe / 800 m (Sicht) oder 550 m Landebahnsicht
 
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01.11.2016
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