Die alte INTERFLUG im www
Historische Betrachtungen zur einstigen DDR-Fluggesellschaft INTERFLUG

last updated:
05-Aug-2016


Revision 3.0
Zündholzetiketten

Autor: Dr. Ulrich Unger
05.08.2016

Zündholzetiketten der Luftfahrtunternehmen der DDR

Streichhölzer waren auch in den 1950er Jahren weltweit verbreitet, sie waren einfach überall Ihre milliardenfachen Produktionszahlen können einen heute nur noch erstaunen lassen. Kurz: Streichhölzer markierten eine ganze Kulturepoche der Menschheit. Es ist ganz klar, dass auch die Deutsche Lufthansa sofort die Schachteletiketten als Reklameträger nutzte.
Später kamen dann bei der Interflug die neumodischen sogenannten Streichholzbriefchen hinzu. Schachteln und Briefchen wurden zu handlichen Paketen verpackt und mit einem Paketetikett versehen in den Handel gebracht.

In der DDR gab es besondere Geschenkpakete, welchen spezielle Etiketten verpasst wurden -die sogenannten Luxuskofferetiketten.
Alle diese Sachen wurden natürlich auch gesammelt. Diese Jäger und Sammler nennen sich Phillumenisten und in Deutschland gibt es auch heute noch eine Phillumenistische Gesellschaft e.V. (gegründet 1959).
Diese aussterbende Art der Sammler hat ihre eigenen Standards und Begriffe entwickelt, wie etwa:

  • Streichhölzer: Bezeichnung für Zündholz in Deutschland
• Skilett: Direkt bedruckte Pappschachtel die an der Klebestelle geöffnet wurde
• Serie: Eine Serie umfasst mindestens drei Etiketten.

Die Werbeleute der Lufthansa / Interflug arbeiteten über die Jahre freundschaftlich und ausschließlich zusammen mit der Zündwarenfabrik in Riesa (an der EIbe in Sachsen). Jedermann kannte in der DDR deren Warenzeichen:

Im Mai 1923 wurde die Zündholzfabrik Riesa von der Großeinkaufsgesellschaft, einer Konsumgenossenschaft, gegründet. Ab Mitte der 1950er Jahre produzierte der Betrieb auch pyrotechnische Erzeugnisse, wie Bengalhölzer und Wunderkerzen.

Das Unternehmen VEB Zündwarenwerke Riesa entstand 56 Jahre später (1979) durch die Zusammenlegung des 1975 aus den Konsum-Zündwarenwerken Riesa hervorgegangenen VEB Zündwarenwerk Riesa mit dem VEB Zündholzwerk Coswig (Anhalt).

Kurz nach der Wende mussten die Zündwarenwerke als letzte Streichholzfabrik in Deutschland die Arbeit einstellen und der Betrieb liquidiert werden.
Im Dezember 1993 wurde die Produktion in dem Werk eingestellt und alle Mitarbeiter, welche die erste Kündigungswelle überstanden hatten, wurden jetzt entlassen. Darunter befanden sich auch viele Oschatzer, die jahrzehntelang im Werk gearbeitet hatten.
Firmenlogo und Kundenkartei wurden 1994 verkauft.

Heute werden zwar immer noch Zündhölzer unter dem Riesaer Logo vertrieben. Aber hergestellt werden sie nicht mehr in Sachsen, sondern die Produktion befindet sich in verschiedenen Ländern Europas. Die AD-ACCESS-Zündholz Riesa GmbH, derzeit das traditionelle Logo nutzend, ist heute führend im Vertrieb von Werbezündhölzern, Feuerzeugen, Anzündern und Papiertragetaschen.
Der Gestalter der ersten Etikettenserien der Deutschen Lufthansa ist Gottfried Bormann.
Eine sowjetische Serie mit Luxuskofferetikett ist den sozialistischen Luftverkehrsgesellschaften gewidmet. Interessant ist, dass einige Luxuskoffer-Etiketten der Interflug das gleiche Motiv wie die Kofferaufkleber haben. Unterscheiden kann man sie eigentlich nur anhand des aufgedruckten Wortes RlESA .
1958 1960 1961
1963 1964 1964
? 1965 1965
1965 1967 ?
1977 1977 ?
   
  ? Sammlung Dr. Ulrich Unger

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