Die alte INTERFLUG im www
Historische Betrachtungen zur einstigen DDR-Fluggesellschaft INTERFLUG

last updated:
23 September, 2016


Revision 3.0
DDR-Luftfahrtindustrie

Startseite Baade 152

Um auf dieser Interflug bezogenen Webseite eine Möglichkeit zu finden, Beiträge zur ehemaligen DDR-Luftfahrtindustrie aus unserer heutigen Sicht zu bringen, habe ich mich dazu entschlossen, mit Erlaubnis des Eigentümers diese spezielle Unterseite anzulegen.

Wenn auch die ersten 15 Verkehrsflugzeuge Il-14 der Lufthansa (Ost) aus sowjetischer Produktion waren, so sind doch ab Juli 1957 die Il-14 P für die Lufthansa (später Interflug) und für die Luftfahrtgesellschaften der VR Polen, Ungarn, Bulgarien, Rumänien, China und Vietnam in Dresden/Klotzsche in Lizenz gebaut und weiterentwickelt worden (26 und 32 Plätze). Insgesamt wurden 80 Exemplare der Il-14P produziert.
Die Luftfahrtindustrie der CSSR baute insgesamt 203 Exemplare ihrer Il-14-Lizenz Avia14 in verschiedenen Konfigurationen.

Der sowjetische 14-Zylinder-Doppelstern-Flugmotor ASch-82T, Hydraulikanlage, Fahrwerke und Feuerlöschanlage wurden im Industriewerk Karl-Marx-Stadt in Lizenz gefertigt. Die Flugzeuggeräte aus eigener Produktion im Werk Skeuditz.

Im Leitartikel der Deutschen Flugtechnik Heft1/2 1958 bezieht der Leiter der Verwaltung Luftfahrtindustrie Herr Karl Pätzold Stellung zur Perspektive der Luftfahrtindustrie der DDR. Er beantwortet die damals häufige Frage nach der Notwendigkeit für den Aufbau einer eigenen Luftfahrtindustrie unter anderem mit folgenden Argumenten.

- Die DDR ist ein hochindustriealisiertes Land im Vergleich zu anderen europäischen Ländern und es stehen erfahrene Kader des Flugzeugbaus zur Verfügung.

- Die DDR ist besonders auf den Export von hochwertigen Industrieerzeugnissen angewiesen und die Produktion von Flugzeugen, Triebwerken, Geräten und Ersatzteileen sowie die Reparatur von Luftfahrtgerät entsprechen diesem Anspruch.

- Der Flugzeugbau ist sehr lohnintensiv gegenüber Schwermaschinenbau und allgemeinen Maschinenbau. Die hohen Qualitätsanforderungen stellen gleichzeitig hohe Anforderungen an die Zulieferungsindustrie wie metallurgische, chemische, Leichtindustrie, Geräte- und Maschinenbau.



Im Kreisausschnitt der Flugversuchsingenieur Willi Rux und
Flugkapitän der Interflug Dieter Heeger
Die Zelle-Baugruppen der "152" wurden in der damals
modernen Schalenbauweise gefertigt.

Der Prototyp der "152" soll hallenklar bis zum 1. Mai 1958 fertig sein. Auf der Leipziger Frühjahrsmesse 1958 stellt die junge Luftfahrtindustrie ein Erprobungstriebwerk der Strahlturbine Pirna 014, Turbinenläufer und Brennkammer, das Il-14-Triebwerk ASch82T, Aggregate, Geräte und Ausrüstung für die Luftfahrt, sowie Bodenservicefahrzeuge und eine Vakuum-Prüfkammer aus.

Serienproduktion des Pirna-014 in den Industriewerken Ludwigsfelde

Am 1. Januar 1957 wurde der VEB Industriewerke Ludwigsfelde auf einem Geländeteil der ehemaligen Daimler-Benz-Motorenwerke von der Vereinigung der Lufdtfahrtindustrie der DDR übernommen. Bis dahin wurden hier "Dieselameisen", Motorroller und Landwirtschaftliche Maschinen produziert. Neben der Einrichtung eines Fertigungsbereiches für Kurbelwellen für den Bau des ASch-82T in Karl-Marx-Stadt wurde in Ludwigsfelde die Serienproduktion des in Pirna in der Entwicklung befindlichen Strahltriebwerkes Pirna-014 vorbereitet. Eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von Dipl.Ing. Werner Franke vom Industriewerk 804 (Karl-Marx-Stadt) wurde gegründet. Der Chefkonstrukteur Ing. Hans-Joachim Börner kam ebenfalls vom Werk 804. Inzwischen wurde das Werk in Ludwigsfelde unter der Nr. 807 dem VVB Flugzeugwerk Dresden angegliedert. Unter der Leitung des Technischen Direktors Prüß wurden die notwendigen Fertigungsanlagen anhand der vom Entwicklungswerk Pirna übergebenen Unterlagen geschaffen. Im Mai 1959 startete der Probelauf des ersten in Ludwigsfelde gebauten V-Triebwerk Pirna-014 /A0 (noch mit Abblaseklappen) auf dem umgerüsteten Prüfstand 1 im Gebäude der ehemalgen Motorprüfstände. Bis Einstellungsbeschluss im März 1961 wurden 17 Pirna-014/A0 und 6 Pirna-014/A1 produziert. Zusätzlich wurde auch noch die Generalreparatur des Triebwerkes RD-45 für die MiG-15 der Luftstreitkräfte übernommen und eingerichtet.

Am 13. Mai 2009 fand im Stadt- und Technikmuseum Ludwigsfelde anlässlich des 50-jährigen Jubiläum "Erster Prüflauf Pirna-014" ein Themenabend des Vereins "Freunde der Industriegeschichte" e. V. statt.

Praesentation

Dipl.-Ing. M. Krebs (rechts) wird durch die Präsentation führen.
Der Raum hat eine angenehme warme Atmosphäre.
v.l. Dipl.-Ing. S.Urbanke (m. d. Rücken zugewandt), Buchautor J. Leskien,
Dipl.-Ing. D. Carow u. Buchautor K. Breiler
Dipl.-Ing.-Ehepaar Steffen und Vereinsvorsitzender Dipl.-Ing. S. Urbanke
Der Beamer ist startbereit.
Wir warten auf die Chefin des Hauses
Die Leiterin des Museums Ines Krause eröffnet die Veranstaltung
Alle Plätze sind vergeben. In Front Ehepaar Steffen
und der Vereinsvorsitzende S. Urbanke
Die Dipl.-Ingenieure Carow, Steffen und Franke mit
Klaus Breiler bei einem Arbeitstreffen im Museum Ludwigsfelde

Literaturquellen: - Jahrgänge der "Deutschen Flugtechnik", - Klaus-Hermann Mewes, "Pirna 014"
S-W-Bilder: "Deutsche Flugtechnik"
Praesentation: "Freunde der Industriegeschichte Ludwigsfelde" e. V.
Farbfotos und Gestaltung der Webseite: Gerd Sprieß

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