Die alte INTERFLUG im www
Historische Betrachtungen zur einstigen DDR-Fluggesellschaft INTERFLUG

last updated:
08-Feb-2017


Revision 3.0

A-310 Flugbetriebsdokumentation


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08.02.2017

Titel: Flugzeughandbuch A 310 (FZH A-310) Vol. 2
Format: A4, pdf, 7-Loch-Binder
Anzahl der Seiten: 525
Erscheinungsjahr: November 1989
Autor: Airbus, Bearbeitung durch Interflug Flugbetrieb Verkehrsflug
Herausgeber: INTERFLUG - Technische Dokumentationsstelle
Besitzer des Dokuments: Sammlung Wolfgang Hakanson
gescannt und bearbeitet durch: Wolfgang Hakansson

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Sammlung: Gerd Ritter

Titel: Betriebsdatenhandbuch A 310 (BDH A-310), Auszug
Format: A4, pdf, 4-Loch-Binder
Anzahl der Seiten: 173
Erscheinungsjahr: Dezember 1989
Autor: Airbus, Bearbeitung durch Interflug Flugbetrieb Verkehrsflug
Herausgeber: INTERLFUG - Technische Dokumentationsstelle
Besitzer des Dokuments: Sammlung Gerd Ritter
gescannt und bearbeitet durch: Gerd Ritter

"Das vorliegende BDH-310 gehörte zwar zur Flugbetriebsdokumentation für das Passagierflugzeug A310-304 der INTERFLUG, war aber nicht Standardausstattung für die Piloten. Es befand sich sowohl in den Flugzeugen als auch bei den Flugberatern zum Pre-Flight Briefing.

Bei der Liquidation der INTERFLUG 1991 konnte ich dieses interne Back Up bei der Gruppe Flugdokumentation gerade noch vor der Vernichtung retten. Darum etwas seltsam auch der einzigartige Binder, der nicht IF-Standard war, sondern von der Firma Voest-Alpine stammte. Es war wohl gerade kein anderer 4-Loch-Binder verfügbar. Das macht dieses Exemplar heute für Sammler äußerst unique.

Auf den ersten Seiten bis zur Seite 8 werden grundsätzliche Sachverhalte und Zusammenhänge hinsichtlich der Kalkulation der Beladung und des Schwerpunktes behandelt. Dann folgen 15 Seiten aus dem AHM-310 (Aircraft Handling Manual), ein Handbuch vormehmlich für die Bodenabfertigung. Hier wurden immer zwei A5 Seiten auf eine A4 Seite kopiert.
Es folgen weitere 8 Seiten Inhaltsverzeichnis zu allen RTLOW Charts mit Seitenangabe, den Runway Take Off Limit Operatings Weights, anhand derer entsprechend den vorherrschenden Bedingungen für eine bestimmte Runway eines bestimmten Flughafens die Parameter für den Start bestimmt wurden, u.a. die charakteristischen Geschwindigkeiten V1 - VR - V2 für bestimmte Startmassen, Temperaturen und Windverhältnisse.
Leere Felder signalisieren, dass ein sicherer Start mit dieser Abflug-Masse unter diesen Bedingungen nicht möglich war. Negativ sind kurze RWYs, hoch gelegene Airports, höhere Temperaturen und Rückenwind.
Gescannt habe ich nur die vom A310 der Interflug angeflogen Zielflughäfen und Zwischenlandeflughäfen wie Shannon und Nassau für besondere Bedingungen, soweit Haki und ich uns daran erinnern können und diese auch angeflogen haben.
Tel Aviv habe ich auch trotzdem aufgenommen, weil ich 1991 dreimal für die Linieneröffnung eingeplant war, die dann aber immer diplomatisch verschoben wurde und dann mit der Liquidation der INTERFLUG natürlich ganz gestrichen wurde.

Alle anderen der 479 Seiten im BDH-310 beinhalten weitere mögliche Ziele, insbesondere alle möglichen Ausweichflughäfen für die planmäßigen Destinationen und entlang den Flugstrecken. Ob der eine oder andere Kapitän davon einmal Gebrauch machen musste, entzieht sich meiner Kenntnis. Mir ist nur bekannt, dass einmal ein Kapitän auf dem Weg nach Havana eine Ausweichlandung in New York gemacht hatte, wofür es im BDH-310 keine RTLOW Chart gibt. Da müsste man sich dann eine vergleichbare Chart raus suchen, wo der Flughafen etwa gleiche Werte hinsichtlich der Länge, der Höhe und Neigung der Runway hat oder zumindest bessere Werte (Prinzip: safe side) Da ist lediglich etwas common sense gefragt. Außerdem berechnet im Normalfall das FMS alle nötigen Daten.
Die Database dazu kommt von Jeppesen. Darin war natürlich auch New York enthalten. Diese Charts gibt es gewöhnlich für alle für den A310 benutzbaren Runways eines Flughafens.

Viele dieser im BDH-310 1990 zugrunde gelegten Daten mögen heute nicht mehr aktuell sein. So hat z.B. die Thailändische Hauptstadt Bangkok inzwischen einen vollkommen neuen großen internationalen Flughafen Survanabhumi (das Goldene Land) 30 km östlich, der auch pünktlich am 21. September 2006 in Dienst gestellt wurde und einer der besten Flughäfen der Welt ist. (2010 Platz 10)
Die hier gescannte RTLOW chart für VTBD (ICAO Code) ist noch die vom alten Airport Don Mueang, heute ist es nun VTBS, aber die IATA-Abkürzung BKK wurde mit rüber zu Survanabhumi genommen. Also auf Ihrem Gepäck-Label sehen internationale Passagiere weiterhin BKK. Auch Athen hat inzwischen einen neuen Flughafen.
Dennoch reicht dieses alte BDH-310 zum Verständnis des Datenumfeldes einer Flugvorbereitung völlig aus. Man kann eben nicht einfach einsteigen und losfliegen. Da gehört noch viel, viel mehr dazu. Dennoch wurde die Pre-Flight Time immer weiter optimiert, da sie ja Teil der Arbeitszeit war und die benötigte man bei Long Range Flügen für den Flug selbst.

Wir hatten beim A-310 nur noch 45 Minuten Pre Flight und 15 Minuten Post Flight (Früher mal 90 und 30 min.). Der Rest sollte dann Flugzeit sein, taxi (das Rollen) inbegriffen, Block Off Time bis Block On Time genannt. Daher kommt der Begriff der OOOI-Times, Out-Off-On-In. Alles zusammen ist dann die Flugdienstzeit, die Duty Time, also Arbeitszeit. (siehe auch FBH auf if.biz)
Für beide Zeiten, Flugdienstzeit und Flugzeit gibt es klare Limits der Behörden, die allerdings ziemlich weit gefasst sind, zu weit.
(FBH) Gerd Ritter

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