Die alte INTERFLUG im www
Historische Betrachtungen zur einstigen DDR-Fluggesellschaft INTERFLUG

last updated:
06-Feb-2017


Revision 3.0
HP-41 CV

Autor: Gerd Ritter  
05.02.2017

Titel: "Benutzungsanleitung für Bordrechenprogramme TU-134 3. Ausgabe"
Format: pdf,  15,5 x 10 cm 
Anzahl der Seiten: 43
Erscheinungsjahr: Okt. 1986
Autor: Flugbetrieb VF, Abt. Flugtechnologie, Flugkapitän Dr.-Ing. Bert Glöckner
Herausgeber: Technische Informationsstelle der INTERFLUG
Besitzer des Dokuments: Sammlung Gerd Ritter

gescannt und bearbeitet durch: Gerd Ritter

"Mitte der 1980er Jahre entschied sich die INTERFLUG die Taschenrechner HP-41C/CV zur Vereinfachung und zur digitalen Präzision bestimmter navigatorischer und Flugleistungs-Berechnungen anzuschaffen. Zuvor wurden solche Berechnungen anhand von Diagrammen oder unter Benutzung eines Navigationsrechenschiebers vorgenommen.
Die HP-41C/CV Rechner wurden auch im Space Shuttle eingesetzt, warum sollten sie also nicht für uns im Flugbetrieb taugen. Maßgeblich war Flugkapitän Dr.-Ing. Bert Glöckner (IL-62, Flugtechnologie) am Einsatz und der Programmerstellung der HP-Rechner beteiligt.
Natürlich muss man diese Rechner im historischen Zeitrahmen betrachten, denn heute ringen sie uns nur noch ein müdes Lächeln ab.
Die Speicherkapazität lag bei nur 6,4 kB. Heute gibt es kaum noch ein billiges Smartphone mit weniger als 8 MB, 64 oder 128 MB sind bereits üblich.
Was mich aber an den HP-41 besonders störte, war die UPN, warum ich persönlich ab 1987 den Casio PB-1000 vorzog (8 kB Speicher), wie einige weitere Kollegen ebenfalls, da der über Basic oder Assembler leicht zu programmieren war, wobei wir uns bei der Fuelberechung einer Gleichung bedienten, die angeblich im TG-44, der Regierungsstaffel, für die TU-134A entwickelt worden war und erstaunlich genau war.
Da hatte INTERFLUG allerdings bereits den HP-41 gekauft, der im Vergleich zu seinem Vorgänger, dem HP-35 eine alphanumerische Tastatur und ein LCD-Display gesaß, damals am Markt etwa 750 DM kostete.
Der HP-41C/CV wurde vor dem Flug vom Navigator empfangen und nach dem Flug wieder an den dafür vorgesehenen Lade- und Aufbewahrungsort im Block F zurückgelegt.

Die meisten Berechnungen wurden auch vom Navigator ausgeführt. Bei der Fuel-Calculation war auch der Kapitän maßgeblich gefragt, denn er traf letztendlich die Entscheidung über die zu tankende Menge an Jet Fuel.
Die einzelnen Berechnungen, die der HP-41C/CV zur Verfügung stellte, finden Sie aus Seite 39/40 der Anleitung im Überblick.

Bereits 1990 wurde die Produktion des HP-41 eingestellt. Auf dem Airbus A-310 (ab 1989) benötigten wir solche Hilfsmittel kaum noch, da jetzt das FMS (Flight Management System) all diese Berechnungen ausführte. Taschenrechner wurden nur nur noch als Backup oder für das Hotelzimmer mitgeführt. Mein letzter HP war der HP-50g, der heute neben dem HP-48GX mit 128 kB auch in der Schublade schlummert. Eine rechte Liebe konnte ich zu den HP-Rechnern nie entfalten, so habe ich heute nur noch den Texas Instrument Ti-nspire CX CAS oder lieber noch das iPad Air in Gebrauch. Allerdings ist meine Ostrente so gering, dass ich sie auch mit 70 noch im Kopf kalkulieren kann. Auf dem Schreibtisch liegt für alle Fälle immer ein einfacher SHARP EL-W508X bereit. Wohin die HP-41C/CV nach der Auflösung der INTERFLUG 1991 verschwunden sind und wie viele es insgesamt waren, entzieht sich meiner Kenntnis. Auf eBay kann man sie heute für durchschnittlich 150 EUR als Liebhaberstück bekommen." 
Gerd Ritter

HP-41 ohne Cardreader

HP-41 mit Cardreader

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